Segeltrimm

Segeltrimm Tipps von Sailotec

damit Sie an unseren Segeln auch Freude haben und schneller und vorallem auch sicherer Vorankommen, möchten wir Ihnen die wichtigsten Trimmtipps hier aufzeigen.

Um mit einem Boot schnell und sicher zu Segeln benötigen Sie etwas Grundwissen über den Trimm der Segel. Leider gibt es verschiedene Riggtypen - die bekanntesten sind das Toprigg und das Fraktionellrigg(7/8, 9/10). Daher kann Pauschal keine Trimmempfehlung zu 100% auf Ihr Boot passen. Bei dem Topprigg lässt sich nur sehr wenig Trimmen - dafür ist dieses Rigg für Fahrtensegler leichter zu beherrschen, benötigt jedoch verschiedene Vorsegel die auf die Windstärke angepast sind da aufgrund des fehlenden Masttrimms hier das Segelprofil kaum verändert werden kann. Bei dem Fraktionellrigg sieht dies anders aus, hier kann oder besser gesagt muss sehr viel durch die Mastbiegung getrimmt werden. Dadurch werden die Segel mehr zum alrounder und das Boot kann besser zu Wind und Welle eingestellt werden.

Trimmregeln für Toprigg und Fraktionellrigg:

Toprigg

Bei dem Topprigg sind Vor- und Achterstag auf der selben Höhe, dem Masttop, angeschlagen.Die Wanten dienen nur zum seitlichen halt des Mastes und beeinflussen den Trimm nur unwesentlich.

  • Vorstag und Achterstag stark durchsetzen, Wanten leicht ansetzen
  • Bei leichtem Wind das Achterstag etwas lösen, bei starkwind voll anspannen

Fraktionellrigg

Hier ist das Achterstag am Top und das Vorstag etwas weiter unten auf 9/10, 7/8, oder gar auf 3/4 wie zB. beim Folkeboot oder dem Jollenkreuzer, angeschlagen. Ergänzt man dieses Rigg dann noch mit gepfeilten Salingen und Backstagen ergeben sich sehr viele Trimmmöglichkeiten - beinahe soviele das ein falscher Trimm dafür sorgt das Ihr Boot garnicht mehr vorwärts kommt. Für eine Grundeinstellung des Riggs kommen wir gerne auf Ihr Boot und Trimmen es bis zur Vollendung.

  • Bei einem Rigg mit gepfeilten Salingen diese immer so stramm wie möglich halten da diese der Gegenspieler zum Vorstag sind
  • Bei leichtem Wind das Achterstag und, wenn vorhanden, Backstag nur angesetzt fahren
  • Bei starkem Wind Backstag und Achterstag durchsetzen

Großsegeltrimm

Am Wind ist ein Segel mit großer Streckung (langes Vorliek m. kurzem Unterliek) am wirkungsvollsten da hier am wenigsten Profiltiefe und somit am wenigsten Wiederstand vorhanden ist, allerdings hat ein solches Segel auf dem Vorwindkurs kaum Leistung - daher werden Großsegel mit verschiedenen Trimmmöglichkeiten wie Vorliekspanner(Cunningham) Unterliekspanner und Achterliekspanner gefertigt. Um Ihnen den Einsatz des richtigen Trimmes so einfach wie möglich zu machen, geben wir Ihnen die Tipps zur Segeleinstellung entsprechend der Windstärke an.

  1. Cunningham offen, Achterstag entlastet (gerader Mast), Unterliekstrecker auf, auf Vorwindkurs den Achterliekspanner anziehen, Traveller Mittschiffs bis leicht nach Luv, Großschot gefiert
  2. Cunningham offen, Achterstag entlastet, unterliekstrecker leicht angesetzt, auf Vorwindkurs den Achterliekspanner anziehen(Kralle am Achterliek) , Traveller Mittschiffs bis leicht nach Lee, Großschot gefiert
  3. Cunningham ansetzen, Achterstag und backstagen ansetzen(Mast leicht gebogen), Unterliekstrecker durchgesetzt(auf Vorwindkurs diesen IMMER öffnen) auf Vorwindkurs den Achterliekspanner anziehen, Traveller eher in Lee, Großschot gesetzt
  4. Cunningham etwas mehr ansetzen, Achterstag und Backstagen durchsetzen (Mast mehr gebogen), Unterliekstrecker durchgesetzt, auf Vorwindkurs den Achterliekspanner etwas anziehen, Traveller halb nach Lee, Großschot dicht
  5. Cunningham gut ansetzen, Achterstag und Backstag durchsetzen (Mast gut gebogen), Unterliekstrecker durchgesetzt, Achterleikstrecker etwas öffnen, auf Vorwindkurs den Achterliekspanner anziehen, Traveller nach Lee, Großschot dicht
  6. Cunningham voll ansetzen, Achterstag und Backstagen voll durchsetzen (Mast stark gebogen) Unterliekstrecker durchgesetzt, Achterleikstrecker etwas mehr öffnen, auf Vorwindkurs den Achterliekspanner anziehen, Traveller nach Lee, Großschot dicht
  7. Ab hier alles Dicht, Traveller nach Lee, Großsegel wenn nötig/möglich Reffen

Vorsegel

Bei Vorsegeln sind die Trimmmöglichkeiten etwas begrenzt - es ist aber sehr wichtig das das Vorsegel parallel zum Großsegel getrimmt wird. Dies bedeutet also einen unumgänglichen Segelwechsel bei zunehmendem Wind.

  1. Genua 1 verwenden, Fockfall nicht stramm durchsetzen, Achterliekspanner offen, Schoten nicht starmm
  2. Genua 1 oder 2 verwenden, Fockfall leicht durchsetzen, Achterliekspanner leicht ziehen, Schoten nicht zu stramm
  3. Genua 3 verwenden, Fockfall fast ganz durchsetzen, Achterliekspanner etwas mehr ziehen, Schoten dicht
  4. Genua 3 oder Fock 1 verwenden, Fockfall ganz durchsetzen, Achterliekspanner ziehen, Schoten dicht
  5. Fock 1 oder 2 verwenden, Fockfall ganz durchsetzen, Achterliekspaner ziehen, Schoten dicht, Holhepunkte etwas ausfieren(wenn vorhanden)
  6. Fock 2 oder Sturmfock verwenden, Fockfall ganz durchsetzen, Achterliekspanner ziehen, schoten dicht, Holhepunkte etwas ausfieren(wenn vorhanden)
  7. Sturmfock verwenden und alles dicht und stramm

Selbstverständlich sind dies nur grobe Anhaltspunkte - hier gibt es je nach Riggtyp und Boot verschiedene und genauere Einstellungen. Diese erklären wir Ihnen auch gerne persönlich an Bord.

Generell gilt jedoch: umso mehr Welle, desto bauchiger die Segel, umso mehr Wind desto flacher die Segel. Ein Bauchiges Segel entwickelt mehr Kraft, bremst aber durch seine Form aufgrund des höheren Wiederstandes. Um also gegen hohe Wellen anzukämpfen benötigt man etwas bauchigere Segel als bei glattem Wasser.